e-Bilanz

Die e-Bilanz wurde vom Gesetzgeber in Deutschland mit Gültigkeit für das Wirtschaftsjahr 2012 flächendeckend durch das sogenannte Steuerbürokratieabbaugesetz (SteuBAG) eingeführt mit einigen kleinen Ausnahmen.

Die elektronische Übermittlung der Bilanz eines Unternehmens durch Datenfernübertragung an das zuständige Finanzamt wird gesetzgeberisch als e-Bilanz definiert und grundsätzlich als einzig mögliche Abgabeform einer Bilanz festgelegt. Mit dem Wirtschaftsjahr 2012 müssen Bilanzen elektronisch im xbrl-Standard übermittelt werden, die Abgabe in Papierform ist grundsätzlich ausgeschlossen und nur noch in einigen wenigen Ausnahmefällen wirksam möglich.

ebilanz Weiterbildung FinanzbuchhalterDie Funktion der e-Bilanz ergeben sich scheinbar aus den Zielen des SteuBAG. Danach sollten Bürokratieabbau gewährleistet und Fehlübermittlungen vermieden, sowie Prozesse effizienter gestaltet werden.

Tatsache ist aber eher ein enormer Aufwand für die Wirtschaft durch eine Vervielfachung der notwendigen Angaben in einer Bilanz. So hatten bisherige Papier-Bilanzen für mittelständische Unternehmen aus Industrie oder Dienstleistung durchschnittlich ca. 50 Angaben, mit der e-Bilanz kamen dann über 600 Muss-Felder.

Finanzielle Big Data

Dadurch kommt die Finanzverwaltung in den Besitz von finanziellen Big Data, die eine detaillierte Totalüberwachung der Wirtschaft durch umfassende Datenauswertungen  ermöglichen.

Zum Beispiel: Die Finanzverwaltung kann jetzt Unternehmen einer Branche bei annähernd gleicher Betriebsgröße automatisiert nach der Höhe der Geschäftsführer-Gehälter, den Reisekosten oder anderen Betriebsausgaben untersuchen und wird bei Abweichungen spezifische Betriebsprüfungen veranlassen.

Die Sammlung von finanziellen Big Data und die dadurch wesentlich vereinfachte Überwachung der Wirtschaft sind das wahre Ziel der e-Bilanz.

Die e-Bilanz kann ein Bestandteil für die Aufgaben in der Finanzbuchhaltung sein.