Bilanzanalyse

ei der Bilanzanalyse in der Finanzbuchhaltung geht es um die Überprüfung von Unternehmen im Bezug auf ihre wirtschaftlichen Lage (aktuell und in Zukunft) unter Berücksichtigung des Jahresabschlusses. Dieser setzt sich aus der Bilanz, der GuV sowie dem Anhang zusammen und ggf. um einen Lagebericht erweitert wird. Die Bilanzanalyse kann sowohl vom Unternehmen selbst durchgeführt werden, als auch von externen Analysten.

In der Bilanzanalyse werden unterschiedliche Daten und Zahlen des Unternehmens ermittelt, die zum einen über Möglichkeiten zur Erfüllung externer Forderungen sowie zum Erreichen von kommenden Gewinnen und Wachstum informieren sollen.

Bilanzpolitik: Wie sich Unternehmen arm rechnen durch Bildung stiller Reserven

  • Für KMU: Nutzung der steuerlichen Sonder-AfA von 20 % (ab 2008 möglich ohne Koppelung an Investitionsabzugsbetrag)
  • Für KMU: Investitionsabzugsbetrag (außerhalb der Bilanz) von 40 % auf geplante Investitionen (zu realisieren in 3. J.)
  • Kürzere Nutzungsdauer bei Vermögensgegenständen als AfA-Liste
  • Gängigkeitsabschläge bei Rohstoffen/Waren (z.B. alte Rohstoffe, Ersatzteile, Abschläge auf Warenvorräte)
  • Großzügige Dotierung der Rückstellungen (z.B. Pensionsrückstellungen, Gewährleistungsrückstellungen)
  • Keine Aktivierung von immateriellen Vermögensgegenständen (Wahlrecht)
  • Ansatz der Herstellungskosten
    – Fertige/Unfertige Erzeugnisse und Aktivierte Eigenleistungen (i.d.R. nur in der     Industrie)
    Handelsbilanz: nur Einzelkosten und Material-GK + Fertig.-GK – kein Ansatz von Verwaltungskosten in den HK
  • Beeinflussung Fertigstellungsgrad Unfertige Erzeugnisse/Aufträge
  • Anwendung der Lifo-Methode bei den Warenvorräten
    – Erhöht den Warenaufwand
    – Die zuletzt angeschafften – teureren – Warenvorräte werden zuerst verbraucht und erhöhen den Aufwand in der GuV, die niedrigen Ansätze gehen in die Bilanz und werden damit zur  Bildung „Stiller Reserven“
  • Ansatz von Pauschalwertberichtigungen auf „gute“ Forderungen

Bilanzpolitik: Wie sich Unternehmen reich rechnen

  • Längere Nutzungsdauer bei Vermögensgegenständen als AfA-Liste
  • Verminderung der Pauschalwertberichtigung auf Forderungen oder Verzicht
  • Veränderte Vorratsbewertung (z.B. Wechsel von Lifo auf Ø Sammelbewertung)
  • Vorsichtiger Ansatz (= niedrig) bei den Rückstellungen
  • Aktivierung von Verwaltungskosten in den Herstellungskosten
  • Beeinflussung Fertigstellungsgrad Unfertige Erzeugnisse/Aufträge
  • Aktivierung von immateriellen Vermögensgegenständen (Wahlrecht)
  • Verkauf von Anlagevermögen und anschließende Anmietung oder Leasing („sale-and-lease-back-Geschäfte“ – Auflösung stiller Reserven, wenn Buchwert < Verkaufserlös)

Weitere Möglichkeiten zur Gewinnbeeinflussung

  • Reparaturen: vorziehen
  • Gezielt über Erhaltungsaufwendungen steuern
  • Veräußerungsgewinne: vorziehen bzw. verschieben

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